Als Gesellschafter-Geschäftsführer entscheiden Sie jedes Jahr neu, auf welchem Weg Geld aus der GmbH zu Ihnen fließt. Gehalt mindert den Gewinn der Gesellschaft, Ausschüttungen werden pauschal besteuert und thesaurierte Gewinne bleiben günstig im Unternehmen. Die richtige Mischung hängt von drei Faktoren ab.
Wie wirkt das Geschäftsführergehalt?
Das Gehalt ist auf Ebene der GmbH Betriebsausgabe und mindert Körperschaft- und Gewerbesteuer. Bei Ihnen unterliegt es der Einkommensteuer mit Ihrem persönlichen Satz. Solange Sie unterhalb des Spitzensteuersatzes bleiben, ist der Gehaltsweg damit häufig der günstigste.
Das Gehalt muss angemessen sein. Überhöhte Bezüge behandelt die Finanzverwaltung als verdeckte Gewinnausschüttung, die den Betriebsausgabenabzug verliert und trotzdem bei Ihnen versteuert wird.
„Es gibt keine allgemein richtige Quote. Es gibt nur die Quote, die zu Ihrem Investitionsplan und Ihrem privaten Bedarf passt."
Wann lohnt sich die Ausschüttung?
Ausschüttungen unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag. Zusammen mit der Vorbelastung auf Gesellschaftsebene ergibt sich eine Gesamtbelastung von rund 48 %. Das lohnt sich, sobald Ihr persönlicher Grenzsteuersatz deutlich über 42 % liegt.
Alternativ kommt das Teileinkünfteverfahren in Betracht, bei dem 60 % der Ausschüttung mit dem persönlichen Satz besteuert werden. Es wird interessant, wenn Sie Finanzierungskosten für die Beteiligung geltend machen wollen.
Was spricht für das Stehenlassen von Gewinnen?
Thesaurierte Gewinne bleiben mit rund 30 % belastet und stehen vollständig für Investitionen zur Verfügung. Wer expandiert, Maschinen anschafft oder eine Immobilie erwerben möchte, gewinnt hier den größten Hebel.
In Kombination mit einer Holdingstruktur lässt sich dieser Effekt verstärken, weil Ausschüttungen an die Holding weitgehend steuerfrei bleiben und dort erneut investiert werden können.
Welche Rolle spielt die Sozialversicherung?
Beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer sind regelmäßig sozialversicherungsfrei. Wer weniger als 50 % der Anteile hält und keine Sperrminorität besitzt, gilt dagegen häufig als abhängig beschäftigt. Diese Einordnung sollte über ein Statusfeststellungsverfahren geklärt werden.
Die Antwort verändert die Rechnung erheblich, weil Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung am Gehalt hängen, nicht an der Ausschüttung.
So gehen wir vor
Wir rechnen Ihre Bezüge einmal jährlich in einem Szenario durch, das Gehalt, Ausschüttung und Investitionsplanung zusammen betrachtet. Das Ergebnis fließt direkt in die Gehaltsanpassung und in den Jahresabschluss ein.
Häufige Fragen
Wie hoch darf mein Geschäftsführergehalt sein?
Maßgeblich ist der Fremdvergleich. Orientierung geben Branchengehaltsstudien, Unternehmensgröße und Verantwortungsumfang.
Kann ich unterjährig Vorabausschüttungen vornehmen?
Ja, sofern der Gesellschaftsvertrag es zulässt und ausreichend Gewinn vorhanden ist. Ein Gesellschafterbeschluss ist erforderlich.
Was ist eine verdeckte Gewinnausschüttung?
Eine Zuwendung an den Gesellschafter, die einem fremden Dritten nicht gewährt worden wäre. Sie verliert den Betriebsausgabenabzug und wird zusätzlich beim Gesellschafter erfasst.
Banu berät seit Jahren Unternehmer und Selbstständige zu Steueroptimierung, Rechtsformwahl und Holdingstrukturen. Vor der Gründung ihrer eigenen Kanzlei hat sie in der Wirtschaftsprüfung große Konzerne betreut.





